Verlag Uwe Laugwitz
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Für jeden, der sich mit Literatur beschäftigt, und nicht nur in der gleichmütigen Art eines Rasenmähers
Werke von und über Shakespeare und seine Zeitgenossen
Walter Klier
Der Fall Shakespeare

Die Autorschaftsdebatte und der 17. Graf von Oxford als der wahre Shakespeare
bisher bekannt als
Das Shakespeare-Komplott

320 S., geheftet neuer Preis: EUR 15,-

Dieses Buch erschien in einer ersten und weniger umfangreichen Fassung im Jahr 1994 unter dem Titel Das Shakespeare-Komplott. Es hat nicht nur dazu beigetragen, die so gut wie vergessene Frage nach der Identität von William Shakespeare im deutschen Sprachraum wieder nachhaltig aufzuwerfen, sondern es sind auch seither und teils als Folge davon zahlreiche neue Aspekte aufgetaucht und größere und kleinere Teilprobleme angesprochen worden, weswegen eine gründliche Überarbeitung und Erweiterung geboten schien. »Der Fall Shakespeare« ist eine sorgfältig überarbeitete, bebilderte und wesentlich erweiterte Neuauflage von Das Shakespeare- Komplott, gedacht als Standardwerk für alle an der Autorschaftsfrage und der damit verbundenen wissenschaftlichen Kontroverse Interessierten.

Bis heute ist es der Stratforder Händler William Shakspere, dem die Stücke Shakespeares zugeschlagen werden. Bis heute gibt es aber, außerhalb der universitären Anglistik, der gut gerüsteten und schwerfälligen Armada aus Stratfordians, eine Menge unabhängiger Zweifler. Sie glauben nicht an den William aus Stratford, sie glauben an eine Vertuschung, an ein Komplott. Das macht ihre Lage schwierig, noch bevor sie ein Wort der Begründung gesagt haben. Wer ein Komplott aufdecken will, muß in den Nebel, in dem auch der Verschwörungswahn wohnt. Die Stratfordians haben sich diese Nachbarschaft gerne zunutze gemacht. Ihr kleines Problem ist, daß die Identität des Provinzkrämers mit dem Dramatiker durch kein Dokument zweifelsfrei bewiesen wird. Drei Millionen Schriftstücke hat das Ehepaar Wallace Anfang dieses Jahrhunderts durchgesehen, um den einen entscheidenden Zettel zu finden. Er hat sich bis heute nicht gefunden. Das Shakespeare-Komplott von Walter Klier wäre auch dann noch ein erudiertes und scharfsinniges Buch, wenn er sich morgen fände.
Michael Maar

Insgesamt muss man konstatieren, dass es wenige wissenschaftliche Werke gibt, die mit so großer stilistischer Nuanciert- und Geschliffenheit geschrieben sind. ...
ein Muss für alle Anglisten, Englischlehrer, Anglophilen und Theaterfreunde.
Elke Brackmann auf amazon.de

-- deutsche Erstausgabe --

The Poems of Edward de Vere/
Edward de Veres Gedichte

Deutsch von Kurt Kreiler

104 S., EUR 15,-, Halbleinen, bibliophile Ausstattung

Um mit einem großen Mißverständnis aufzuräumen: die vierundzwanzig Gedichte sind nicht die ersten Gehversuche eines tastenden Jünglings. Sie bewegen sich mühelos in den verschiedenen Metren, sind makellos in der Form und von hoher Aussagekraft. Ein sehr verletzbares, verletztes, aber auch kraftvolles und selbstbewußtes Subjekt tut sich in ihnen kund. Schwierigste Inhalte und Ideen werden in knappster Form verdichtet, für den Ausdruck der subjektiven Problematik aber immer neue Bilder und Assoziationen gefunden.

Aus dem Nachwort von Kurt Kreiler

Peter R. Moore
The Lame Storyteller, Poor and Despised

Studies in Shakespeare
Editor: Gary Goldstein

special issue no. 1 of
NEUES SHAKE-SPEARE JOURNAL
xvi + 345 S., geheftet

subscription price/
Subskriptonspreis: EUR 20,-

additional postage charges for international supplies

Contents/Inhalt

R. Malim: Get this essential book

Literary historian Peter Moore examines Shakespeare’s greatest works within their Elizabethan setting to discover that:
* The plays were written from 1585 to 1604 and not 1590 to 1613, as commonly supposed
* The Rival Poet was Robert Deveraux, Earl of Essex and the Fair Youth was Henry Wriostheley, Earl of Southampton
* Shakespeare’s share of Two Noble Kinsmen was written the last year of Elizabeth’s life—and ended with her death.
* The dramatist attacked in Ben Jonson’s «On Poet Ape» was Thomas Dekker and not William Shakespeare
* Shakespeare used the Bible’s two-witness rule involving murder in designing Hamlet’s inner dynamic
* Shakespeare adapted the Earl of Surrey’s Psalm 8 as well as Piers Plowman in writing Hamlet’s soliloquies
* Shakespeare set Christian and pagan philosophies against each other in King Lear and mediated the debate through the concept of nature
* Shakespeare used ancient and modern notions of time and Epicureanism in devising Macbeth’s structure

The Lame Storyteller, Poor and Despised publishes more than two dozen papers and monographs that originally appeared in peer reviewed journals in Europe and the United States from 1993 to 2006.
It is the testament of one of the most brilliant Shakespeare scholars of his generation.

grundlegende Forschungen zur aktuellen Debatte über Edward de Vere, Earl of Oxford

Robert Detobel

Wie aus
William Shaxsper
William Shakespeare

wurde

NEUES SHAKE-SPEARE JOURNAL 10
202 S., geheftet

EUR 15,-

Einleitung

aus dem Inhaltsverzeichnis
I. „My hand and seal“ – handschriftliche Quellen
1. Das große Versehen – wie aus Vermerken Unterschriften wurden 2. Shakespeare macht ein Vierdritteltestament 3. Das Fragment des Stückes Sir Thomas More
II. Die Vorworte zur ersten Folioausgabe
1. Zwei Freizeitdichter: Hartmann von Aue und William Shakespeare 2. Castigliones „sprezzatura“ 3. Sein und Schein 4. Stigma des Drucks und Umgehungsstrategien 5. Die Vorworte zur ersten Folioausgabe
III. 1598-1604: Vom Hörensagen und Sehensagen
1. Die erste Kurzbiographie zu Shakespeares Gesamtwerk 2. Bürger von London oder Stratford? 3. Ein Szenario 4. James Roberts 5. Zusammenhang zwischen Der Verliebte Pilger und England’s Helicon. 6. Die Registration des Kaufmann von Venedig.
IV. Denksport mit Francis Meres
V. Melicertus
VI. Shakespeare und Edward de Vere
VII. Ich kannte einen Mann
VIII. Was sein muß, muß sein dürfen
IX. Anonymität
X. Der Strohmann
XI. Interview mit Molière zum Pseudonym William Shakespeare
XII. Mister X.
Der unbekannte Shakespeare -- unbekannte und in neuerer Zeit Shakespeare zugeschriebene Werke

William Shakespeare
Edward III./
Eduard der Dritte.

zweisprachige Ausgabe
mit der unmodernisierten Übersetzung von Ludwig Tieck
240 S., geheftet, 10,-

Edward III. wird wie ich hoffe wegen seiner Merkwürdigkeit Interesse erregen, es ist eins der schönsten Jugendwerke des Dichters
Ludwig Tieck an Johann Friedrich Cotta, 17. Juli 1822

Ich persönlich muß gestehen, daß ich nach der Lektüre des Stückes überrascht war, daß hunderte von Jahren gestritten werden konnte, ob es sich um ein Stück von Shakespeare handelt oder nicht. Frank-Patrick Steckel

Ja, es ist ein Shakespeare! ... Die Welt der Shakespearologen wird von einem Erdbeben der Stärke 9 auf der Richterskala erschüttert: Den kanonischen Werken des Dramatikers aller Dramatiker muß ein weiteres Stück hinzugefügt werden. Dietrich Schwanitz, DIE WELT

So kann man demnächst in Muße und mit dem großen Vergnügen, das das Tiecksche Shakespeare-Deutsch auch hier wieder bereitet, die schaurig-brachiale Geschichte von dem englischen König Edward (1312-1377) nachlesen, der aus den wie üblich fadenscheinigen dynastischen Gründen den Plan faßt, Frankreich zu erobern und damit — weil es beim Anfangserfolg nicht bleiben wird — den hundertjährigen Krieg zwischen beiden Ländern anzettelt. Tagesspiegel

Wie auch immer, das Stück war des Ausgegraben-Werdens wert; so wenigstens die Meinung der Fachleute, der Shakespeare-Forscher. Sie haben wohl Recht, es ist viel mit ihm anzufangen. Marion Löhndorf, General-Anzeiger

-- deutsche Erstausgabe --

Thomas of Woodstock/
Die Historie von Thomas von Woodstock

zweisprachige Ausgabe
Übersetzung von Dietrich Schamp
262 S., Halbleinen, 20,-

Hanno Wember: Der unbekannte Shakespeare

KING. Although we could have easily surprised,/ Dispersed and overthrown your rebel troops/ That draw your swords against our sacred person,/ The highest God’s anointed deputy,/ Breaking your holy oaths to heaven and us:/ Yet of our mild and princely clemency/ We have forborne; that by this parliament/ We might be made partaker of the cause/ That moved ye rise in this rebellious sort.

KÖNIG: Hätten wir auch Eure Rebellen-Truppen/ Leicht überfalln, zerstreun, vernichten können,/ Euch alle, die Ihr Eure Schwerter zieht/ Gegen die heilige Person von Uns,/ Des höchsten Gotts gesalbten Stellvertreter,/ Indem Ihr Eure heiligen Eide brecht,/ Haben wir dennoch, mild und voller Gnade,/ Es unterlassen: daß durch dies Gespräch/ Gehör wir schenken können jenem Grund,/ Der Euch bewegt zu solch rebellischem Handeln!

NEUES SHAKE-SPEARE JOURNAL
Mittlerweile ist die gut organisierte Oxford-Bewegung ... mit eigenen Kongressen und Journalen in eine Phase der Normalbetriebsamkeit gelangt, in der sie sich in Mimikry zur akademisch etablierten Philologie üben muss, welche sie ansonsten streng verachtet und nach Kräften schmäht.
Tobias Döring in der FAZ

weitere Infos unter
www.shake-speare.de
Band 1 Zum Stand der Diskussion
Band 2 Entdeckungen und Fälschungen
Band 3 Zur Publikationsgeschichte
Band 4 Anmerkungen und Nachforschungen
Band 5 Shakespeare und Italien
Band 6 Shakespeares Copyright
Band 7 Georg Blume: Briefe 1964-1994
Band 8 Edward de Veres Lyrik
Band 9 Verschwörungstheorien
Band 10 Robert Detobel:
Wie aus William Shaxsper William Shakespeare wurde
Band 11 Zum Stand der Dikussion 2
Band 12 Wege der Forschung -
Peter Moore zum Gedächtnis

pro Band 160-200 S., EUR 15,-
im Abonnement 12,- (Ausland 14,-)
weitere Infos/Gesamtverzeichnis
Christopher Marlowes Werke
-- Neuerscheinung --
Eduard II./Der Jude von Malta

in der klassischen Übersetzung von Eduard von Bülow
217 S., geheftet neuer Preis: EUR 10,-
'Der Jude von Malta' ist also ein Phantom; die Authentizität des Drucktextes ist zweifelhaft, niemand weiß, wer alles an dieser Ausgabe mitgemischt haben könnte; außerdem ist das Werk ein Gespenst, ein legendäres antisemitisches Machwerk, kolportiert und selbst Kolportage und bis in die neueste Zeit hinein mehr Spielzeug eitler Selbstbespiegelung von Leuten wie Hans Mayer oder Stephen Greenblatt als Werk, das wirklich für sich zu stehen in der Lage ist. Man kann es jetzt lesen, in einer Fassung, die zumindest in ihrer unprätentiösen sprachlichen Kraft dem Werk nichts nachgibt, ja es überhaupt erst im Deutschen lesbar macht: es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, daß Eduard Bülows Marlowe-Übersetzung das leistet, was Schlegel-Tieck- Baudissin bei Shakespeare geleistet haben. Leider hat Karl Eduard von Bülow (1803-1853), Novellendichter, Zeitgenosse, Freund und leider zu früh gestorbener präsumptiver Biograph Ludwig Tiecks so viel mir bekannt ist nur diese zwei Werke übersetzt. Es hat sich mal wieder niemand darum gekümmert, wie so oft. Man sollte es lesen, trotz aller begründeten Abneigung gegen dieses bisweilen schwer erträgliche antisemitische Machwerk, denn daß es keines ist, wird mir keine noch so ausgefallene Apologetik z.B. eines Friedemar Apel (der mit Berufung auf die in diesem Punkt wenig hilfreichen Marx und Stephen Greenblatt den Antisemitismus wegzureden versucht – bei Wagenbach, wo die autosuggestiven „nimmermüden Kritiker der Ellenbogengesellschaft“ ganz entre nous sind) einreden können.
Das Massaker von Paris/
Die Historie von Doktor Faustus

Deutsch von Dietrich Schamp
Mit Nachworten 1972 und 1999
182 S., geheftet neuer Preis: EUR 10,-
Im ersten Band einer neuen Marlowe-Edition erscheinen „Das Massaker von Paris“ und erstmals in überlieferungstreuer Rekon- struktion „Doktor Faustus“, womit Marlowes Intellektuellen- Geschichte endlich unverfälscht durch spätere Zusätze zugänglich gemacht wird.

„Das Massaker von Paris“ lag bis vor kurzem in deutscher Übersetzung nicht vor. Die kraftvolle Naivität dieses Textes mit seiner poetischen Komprimierung der turbulenten Vorgänge des französischen Bürgerkriegs entsprach nicht dem Zustand unserer Bühne. Dabei würde dem Theater heute die Besinnung auf seine ursprünglichen, spezifischen Mittel nur gut tun. Solche Mittel aber sind: Poetisierung, rituelle Artistik, gleichnishafte Darstellung, kunstvolle Sprache. ... Die Motorik politischer Vorgänge in Zeiten krisenhafter Auseinandersetzung und zuschlagender sendungsbewußter Brutalität aber ist kaum prägnanter und sinnbildhafter auf dem Theater denkbar. ... Daß Marlowe, der genialische Gleichaltrige aus Shakespeares Jugend, einen „Doktor Faustus“ geschrieben hat, lernt man auf der Schule. Jeder aber, der irgendwann einmal einen Blick in eine der deutschen Fassungen des Stücks, wie sie bis jetzt vorlagen, getan hat, wird vielleicht ähnlich reagiert haben wie zunächst auch ich: man wandte sich achselzuckend wieder ab. Aus dem Nachwort 1972

In der Tat ist Schamps Übersetzung grundsätzlich getreuer. Besser als Schlüter weiß er eine Grundregel des Übersetzens in Acht zu nehmen, nämlich sich vor „falschen Freunden“ zu hüten. ... Zu hoffen ist, dass die ... Bemühung um Marlowes dramatisches Werk vielleicht den Durchbruch des neben Shakespeare bedeutendsten Theaterautors aus dem elisabethanischen England in deutscher Sprache einläuten könnte. Arnd Beise in literaturktik.de

Die seltensten Bücher deutscher Sprache -- verschollenes 19. Jahrhundert
Friedrich Theodor Vischer:
Ur-Faust 3

80 S., geheftet., EUR 5,-
Der Tragödie dritter Theil in drei Acten in seiner ursprünglichen Gestalt / Treu im Geiste des zweiten Theils des Göthe’schen Faust.
Motto: Und allegorisch wie die Lumpen sind, / Sie werden nur um desto mehr behagen.
Göthe. Faust, der Tragödie zweiter Theil.

Diese ursprüngliche Fassung von Vischers Faust 3, die sich von der bekannten späteren Version unterscheidet wie der Ur- Faust von Faust 2, wurde seit 1864 nie wieder in dieser Form nachgedruckt. Ein unzensiert frisches und derbes und zugleich sprachlich außerordentlich kunstreiches Meisterwerk eines lebenslangen Goetheforschers, der wie kein zweiter die Sprache des Meisters zu imitieren verstand.

Abschied von der alten Welt - eine Verabschiedung und eine Auswanderungsgeschichte in zwei Bänden, geschrieben von Vater und Tochter
Texanische Lieder
Aus mündlicher und schriftlicher Mittheilung deutscher Texaner.
von Heinrich Hoffmann von Fallersleben
61 S., geheftet
EUR 5,-
Diese Gedichtsammlung gab Hoffmann seinem Freund Adolf Fuchs mit auf den Weg, als dieser Deutschland in Richtung Texas, damals eine freie Republik, verließ. Originalgetreuer Nachdruck gemäß der anonymen Ausgabe San Felipe de Austin [tatsächlich Wandsbeck] o.J. [1846]

Pastor Fuchs ... hat seine Stellung als Pastor von Kölzow aufgegeben und wandert nach Texas aus. ... Wir unterhalten uns lebhaft über Texas. Fuchs singt mit seiner lieblichen Stimme mehrere meiner Lieder, die alle auf seine Auswanderung Bezug haben. Uns kommen die Thränen in die Augen. Den folgenden Tag unterhalten wir uns fast nur über Auswanderung und Deutschlands Gegenwart und Zukunft. Auch ich in meiner Lage müßte auswandern ... Und doch konnte ich dem Drange nicht widerstehen, Wünsche und Hoffnungen auszusprechen, deren Verwirklichung Anderen eine Rechtfertigung und ein Trost sein konnte. Und so dichtete ich denn meinem lieben Fuchs ein Abschiedslied - [...] Ich hatte meinem ausgewanderten Freunde versprochen, ich wollte ihm diese Lieder gedruckt nachsenden, zugleich auch die Melodien dazu, damit er dann beides in der neuen Welt später einmal nachdrucken lassen könnte. Die Lieder waren schon Ende Aprils druckfertig. Ich hatte mich bei meinen wenigen Hülfsmitteln doch so in Texas hineingelebt, daß ich ganz heimisch darin war und dafür und daraus dichten konnte. [H.v.F., Mein Leben]

Robert
Ein geistlicher Roman von
Adolf Fuchs
Neudruck der Ausgabe Rostock 1842
288 S., geheftet, EUR 15,-
Adolf-Fuchs-Gedenkfeier in Kölzow
Carl Adolf Friedrich Fuchs (1805-1885), Freund und Zeitgenosse von Hoffmann von Fallersleben, Heinrich Laube u.a. war einer der führenden Intellektuellen des 'Jungen Deutschland'. In seinem autobiographischen Roman 'Robert' schildert er wenig versteckt seinen eigenen Werdegang. Als freiheitsliebender Burschenschaftler studiert er in Jena Philosophie und Theologie und versucht, zwischen Rationalismus und Supranaturalismus seine eigenen naturreligiösen Auffassungen zu entwickeln. Zurückgekehrt nach Mecklenburg, der 'verstecktesten Ecke Deutschlands', schildert er sehr plastisch seine Erlebnisse als Kandidat, Hauslehrer und schließlich Pastor in Kölzow. 1842 muß dieses Buch provozierend gewirkt haben; es ist möglich, daß sämtliche Exemplare des Buchs in Deutschland eingesammelt und vernichtet wurden. In seinem unbedingten Freiheitsstreben ist Fuchs verwandt mit den Freigeistern des frühen 20. Jahrhunderts. In der drei Jahre nach Erscheinen des Romans auch vollzogenen Auswanderung, über die er in 'Robert' bereits ausführlich reflektiert, sah er schließlich den besten Weg, 'ein neues deutsches Vaterland' nach seinen Vorstellungen zu gründen. Sein Leben in Amerika spiegelt sich aufschlußreich in den Altersmemoiren seiner Tochter Ottilie.
Was Großmutter erzählt
von
Ottilie Goeth, geb. Fuchs.
Neudruck der Ausgabe San Antonio 1915
202 S., geheftet, EUR 14,-
mit zahlreichen Abbildungen
Ottilie Goeth, geb. Fuchs (1836-1926) war die zweitjüngste Tochter von Pastor Adolf Fuchs. In ihren im hohen Alter aufgezeichneten Erinnerungen schildert sie uns plastisch, wie das Auswanderungsprojekt ihres ideal angelegten Vaters in der texanischen Wirklichkeit des 19. Jahrhunderts umgesetzt wurde. In einem auch sprachlich souveränen Rückblick auf ein arbeitsreiches Leben bringt Ottilie uns nahe, wie sie ihre Welt der Gegensätze erlebt hat und was ihr Beitrag zur Gestaltung dieser Welt gewesen ist.

"Es war im Frühling 1846, als wir nach Cat Spring gekommen, und da hieß es denn nun auch gleich, Hand ans Werk zu legen. Ein bescheidener Pflug, von einem Joch Ochsen gezogen, war zur Hand... Wie mochte dem Gelehrten hinterm Pfluge zu Mute sein, wie ungeschickt und schwerfällig ihm alles von der Hand ging, die wohl den Violinbogen und die leichtere Gartenschere zu handhaben gewußt. Aber diese Ochsen, dieser Pflug! Was nützte alle Geometrie, sechs Sprachen und Logarithmen, es ging nicht. Und hielt da nicht zu Pferde am Felde Mephistopheles in höllischer Person und spottete wie einst in der Hexenküche:
Ernähre dich mit ungemischter Speise,
Leb’ mit dem Vieh als Vieh, und acht es nicht für Raub,
Den Acker den du erntest, selbst zu düngen.
Glücklicher Weise war’s aber kein Mephisto, sondern einer jener liebenswürdigen amerikanischen Ansiedler, ... der jetzt vom Pferde stieg und dem Vater in freundlichster Weise zeigte, wie eine widerspenstige Pflugschar zu bändigen. - Ein gar saures Frühjahr mag's gewesen sein, aber wir alle griffen frisch mit an, wo es geschehen konnte, so wurde Verzagtheit verbannt, wenn sie uns anwandeln wollte."

Auf dem Mars soll das Leben bedeutend besser sein -- Nachträge zum 20. Jahrhundert
Erstveröffentlichung:
Frida Ehrenstein
Die Schlange

Erzählungen und das Tagebuch eines Dienstmädchens
204 S., EUR 18,-, Halbleinen

Evelyne Polt-Heinzl
Die Werke Frida Ehrensteins (1894-1980), der Schwester des expressionistischen Schriftstellers Albert Ehrenstein, entstanden in den 30er/40erJahren und werden hier zum ersten Mal gedruckt.

Es war 5.00 Uhr nachmittags, als ich das Haus betrat und Madam mir mein Zimmer zeigte. Sie zündete eine Kerze an. Mein Mut sank. 'Haben Sie hier kein elektrisches Licht, Madam?' fragte ich. 'Oh ja, die Leuchten sind da, sie sind nur zur Zeit nicht angeschlossen.' Sie sagte nicht, ob das überhaupt geschehen würde. Als ich allein war, um meine Sachen auszupacken, mußte ich zum Bett gucken... Nein, das Bettzeug war nicht sauber... Sollte ich auf der Stelle wieder weggehen? Vielleicht wäre es besser, ich bliebe diese Woche. Also ging ich die drei Treppen zur Küche hinunter. Madam suchte gerade das Eßgeschirr heraus, das ich benutzen sollte: zwei Tassen und zwei Teller, beides angestoßen. Was kommt als nächstes? Nachts kletterte ich die Treppen hoch ins Bett. Der Wasserkrug war leer. Ich war zu müde, um gleich wieder in die Küche hinunterzugehen und den Krug zu füllen; die Stufen waren so steil. Um 6 Uhr am nächsten Morgen stand ich auf, zog mich an und ging hinunter in die Küche. Als ich den Rolladen hochzog, fühlte ich, daß Madam hinter mir stand. Ich drehte mich um, um Guten Morgen zu sagen. Was für ein hartes Gesicht, dachte ich. Vielleicht hatte sie eine Menge Probleme. Das macht manche weich, andere aber hart.

Albert Ehrenstein an Stefan Zweig, 22.8.35: 'Gleichzeitig schicke ich Ihnen das Ms. Einer humoristischen Erzählung ... die von meiner Schwester Frida verfaßt wurde, die mit 40 Jahren unter die Schriftsteller ging, plötzlich - als es am aussichtslosesten.'

Erstveröffentlichung:
Carl Ehrenstein
Der Zumpel

89 S., EUR 12,-, Halbleinen
Helmuth Schönauer
Diese Erinnerungen Carl Ehrensteins (1892-1971) über seine Kindheit in Wien und der Slowakei um 1900 entstanden in den 20erJahren und erscheinen hier zum ersten Mal vollständig in Buchform

Erschien ich auf der Dorfstraße, so umkreiste mich stets eine jugendliche Bauernrotte und sang in ihrer Sprache das anheimelnde Kampflied: 'Jud, Dreckruch, Wagenradbekleckter!' - es ist schwer übersetzbar. Mich nannten sie mit Vorliebe 'Zumpel', welchen Beinamen ich Mischka Popper verdanke. Mütterlicher Sparsamkeit wegen trug ich nämlich noch mit fünf Jahren Schnellfeuerhosen mit hinten offenem Visir, daraus neugierig das Hemdende, der sogenannte Zumpel in die Welt hinein ragte und den Witz des Mischka Popper und aller Bauernjungen hinterrücks herausforderte.

Ralph Giordano/
Uwe Laugwitz:
Von den Schwierigkeiten,
zu leben, zu denken und zu schreiben

Gespräch aus dem Jahre 1986
76 S., geheftet, EUR 5,-
Ich bin mir selbst gegenüber manchmal unheimlich genug, wenn ich daran denke, mit welcher Eloquenz, mit welcher Überzeugungskraft, auch mit welcher physischen Fähigkeit zur Überwältigung gegenüber meinem Gesprächspartner ich meinen politischen Irrtum vertreten hab. Ich weiß nicht, ob ich das in 'Die Partei hat immer recht' schildere - die haben mich nicht mehr auf die Wache gebracht, weil sie einfach nicht gegen mich ankamen. Ich hab die Erfahrung mit mir selber, daß ich einen politischen Irrtum ungeheuer eloquent, über lange Zeit hindurch, vertrete. Das macht mich mir selbst gegenüber skeptisch.

Aber lassen Sie mich noch mal etwas sagen zur Resignation: Ich glaube, daß zu resignieren in einem Leben - je länger man lebt, je mehr Niederlagen steckt man ein. [...] Und je mehr Niederlagen Sie aufeinanderhäufen, desto größer ist, je älter man wird, die Möglichkeit zu resignieren. Und ich stelle fest, daß Leute, die nicht - daß diese moralische Kraft in mir ist, ist ja nicht mein Verdienst, ist auch das Unfreiwillige, das die Nazis in mir gezeugt haben - die das nicht haben, die sind allesamt resigniert. Ich stoße ununterbrochen in meinem Alter auf Leute, die eigentlich vollkommen resigniert sind. Und konservativ geworden sind, und auch reaktionär geworden sind.

das war ja wirklich ein erstaunliches Gespräch, das wir damals 1986 oder 1987 geführt haben! Es gibt an Ausdauer und Tiefe gar kein vergleichbares. Das haben Sie hervorgekitzelt mit ihren klugen Fragen - nachlesenswert.